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Bürgerinitiative Oderberger Straße

Berliner Zeitung 12.10.2007

Die Oderberger Straße bleibt eine grüne Straße

Verordnete ändern Pläne des Tiefbauamtes

Von Stefan Strauss

PRENZLAUER BERG. Da haben die Bezirksverordneten der Baubehörde mal gezeigt, wer das Sagen hat: Die Kommunalpolitiker haben jetzt die Pläne des Tiefbauamtes zum Umbau der Oderberger Straße gekippt. Die von den Anwohnern angelegten Beete, die Blumenkübel mit Bäumen oder Ranken, die das Bild der Oderberger Straße prägen, dürfen nicht entfernt werden, wie es das Amt ab Herbst 2009 eigentlich geplant hatte. Stattdessen müssen "mindestens 90 Prozent" des Grüns erhalten bleiben, entschieden die Verordneten.

"Die Beete und Blumenkübel sind Ausdruck und Symbol dafür, wie sich Anwohner den öffentlichen Raum Anfang der 90er-Jahre zurückerobert haben", sagt Wolfram Kempe (Die Linke), Vorsitzender des Ausschusses für Öffentliche Ordnung und Verkehr. Das habe dazu beigetragen, dass die Oderberger Straße ein "über die Grenzen des Bezirks bekanntes Aushängeschild" geworden ist. Die "einzigartige Gestaltung der Straße sei ein "Zeitdokument". So dienten die Betonkübel zu DDR-Zeiten als Durchbruchsperre auf der westlichen Straßenseite in direkter Nähe der Mauer. Als die Mauer im Herbst 1989 geöffnet wurde, rückten Anwohner die Kübel mit einem Gabelstapler von der Straße auf den Gehweg.

Mit diesem Votum im Ausschuss haben die Mitglieder der Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS) den Streit um den Umbau der Straße vorerst gewonnen. "Wir sind jetzt an der Planung beteiligt", sagt Oskar Neumann von der BIOS. Denn die Planer im Amt müssen alle weiteren Entscheidungen mit den Anwohnern abstimmen.

Für 2,5 Millionen Euro sollen in der Oderberger Straße Gehwege und die Fahrbahn saniert werden. Die Initiative hatte die Anwohner nach ihren Wünschen und Forderungen befragt. "Wir stellen das Sanierungsprogramm nicht infrage", sagt Oskar Neumann. So lange Beete und Bäume stehen bleiben

Berliner Zeitung vom 12.10.2007, Lokales – Seite 21

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