Berliner Woche 25.06.2008Oderberger Straße wird gebautDiese Planung ist ein Kompromiss, in dem die Wünsche der Anwohner und die verkehrs- und baurechtlichen Bestimmungen unter einen Hut gebracht wurden. Bei der Vorstellung der neuen Pläne auf einer Bürgerversammlung ernteten BIOS und Bezirksamt von den Anwohnern viel Zustimmung. Vor neun Monaten sah das noch ganz anders aus. Im September präsentierte das Tiefbauamt eine erste Grobplanung. Diese wurde von den Anwohnern rundweg abgelehnt. Die Oderberger Straße hat ein ganz besonderes Flair. Zu DDR-Zeiten entwickelte sich hier eine Bürgerbewegung, die zum Beispiel den Hirschhof anlegte und für viel Grün in der Straße sorgte. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Straßencafés zu, und die Straße wurde von Gewerbetreibenden und Anwohnern weiter begrünt. Vieles sollte dem Straßenneubau geopfert werden. Dagegen machten die Anwohner mit ihrer Bürgerinitiative mobil. Die Bezirksverordnetenversammlung stellte sich hinter die Bürger. Im Oktober erklärten die Verordneten alle bisherigen Planungen für Makulatur. Das Tiefbauamt sollte, und zwar gemeinsam mit der BIOS, eine völlig neue Planung erarbeiten, beschloss die BVV. Es begann ein Planungsprozess, wie er für noch keine andere Straße im Bezirk stattgefunden hat. Mitarbeiter des Tiefbauamts, des beauftragen Planungsbüros und die Vertreter der BIOS schritten unzählige Male die Oderberger Straße ab. Dabei wurde über den Erhalt jedes Baumes und jedes Blumenkübels, die Gestaltung von Zufahrten, Parkplätze und vieles andere diskutiert. Am 5. Juni stimmte die Vollversammlung der BIOS schließlich den gemeinsamen Planungen mit dem Bezirksamt zu. BVV muss nun entscheiden Das neue Konzept garantiert nun, das das Flair auch nach dem Neubau erhalten bleibt. Neu gebaut werden Fahrbahn und Gehwege. Zehn Gehwegvorstreckungen wird es geben und die Zahl der Parkplätze wird um 40 auf 237 reduziert. Dafür werden 88 Fahrradbügel, 39 mehr als heute, installiert. Die meisten Pflanzenkübel bleiben erhalten. Zehn neue Bäume sollen gepflanzt werden. Vor dem Stadtbad soll außerdem ein kleiner Stadtplatz entstehen. Nun werden diese Planungen im Ausschuss für öffentliche Ordnung präsentiert. Am 7. Juli wird die BVV abstimmen. Danach können die Gelder für den Straßenneubau beantragt werden. Im Herbst werden die sogenannten Ausführungsplanungen erarbeitet. Auch darauf will die BIOS weiter ein Auge haben und fordert Mitspracherecht. Der Stadtrat für öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) lobt, dass die Zusammenarbeit mit der BIOS konstruktiv war. Allerdings war sie für alle Beteiligten auch sehr aufwendig. „Wir haben hier so viel Zeit investiert, weil das auch eine ganz besondere Straße ist.“ Als Baukosten sind zirka 2,5 Millionen Euro avisiert. Die Gesamtbauzeit wird voraussichtlich drei Jahrebetragen. Ein Baubeginn steht allerdings noch nicht fest. BW |
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