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Bürgerinitiative Oderberger Straße

Berliner Woche 25.06.2008

Zeitreisen im Container

Unter dem Motto „Sieben Zeitreisen mit dem Geschichtscontainer“ will das Projekt über Orte informieren, die im Vorfeld der Ereignisse vom November 1989 eine besondere Rolle spielten. „Wir wollen den Container als erstes in der Oderberger Straße aufstellen, dann an der Gethsemanekirche und danach am Kollwitzplatz sowie an weiteren Orten“, erklärt Projektleiterin Bettina Tacke.

Vorgesehen ist, mit historischem Filmmaterial, aber auch mit aktuellen Interviews jeweils siebenminütige Filme zu den jeweiligen Orten zu drehen. Dass der Container als erstes an der Oderberger Straße stehen soll, kommt nicht von ungefähr. Ende der 70er Jahre entwickelte sich gerade hier eine emanzipierte Gegenkultur. Die Bewohner der Straße nutzten legale Strukturen, um ihre Ziele durchzusetzen. So konnten sie einen Totalabriss entlang der Straße verhindern. Die Häuser sollten durch Plattenbauten ersetzt werden. Statt dessen schufen sich die Anwohner mit dem Hirschhof ein Biotop inmitten des Häusermeers von Prenzlauer Berg. Ebenso geschichtsträchtig ist die Gethsemanekirche, in der im Vorfeld der Ereignisse vom Herbst 1989 Mahnwachen stattfanden und die dann auch Ausgangspunkt für friedliche Demonstrationen war. Im Kurzfilm zum Kollwitzplatz soll hingegen die Künstler- und Literatenszene beleuchtet werden.

„Wir möchten an den einzelnen Stationen aber nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch einen Bogen in die Nachwendezeit bis zur heutigen Zeit schlagen“, so Bettina Tacke. So wird auch nachzuvollziehen sein, wie sich der Kollwitzplatz nach 1990 entwickelte. Gefördert wird das Film- und Ausstellungsprojekt „Sieben Zeitreisen mit dem Geschichtscontainer“ von der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur. Umgesetzt wird es vom Berliner Geschichtsverein Nordost in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Pankow. Dieser wird auch nach dem Projekt die entstandenen Filme erhalten. Die ersten Filme für das Projekt werden noch in diesem Sommer gedreht.
Bettina Tacke: „Wir haben uns vorgenommen, im Frühjahr 2009 den Container als erstes an der Oderberger Straße aufzustellen. Der Container soll dann dort vier Wochen stehen bleiben, ehe er neu bestückt an den nächsten Ort verfrachtet wird. So besteht die Möglichkeit, jede Ausstellung an dem Ort zu besuchen, um den es im betreffenden Kurzfilm geht.“ BW

Weitere Informationen dazu gibt es unter *44 35 69 92.

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