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Bürgerinitiative Oderberger Straße

Vorort 07/08 2008

In trockenen Tüchern

Wenn amtliche Pläne und Bürgerwille aufeinander prallen, muss das nicht zwangsläufig zu unversöhnlichem Dauerzwist führen. Dass es auch anders geht, zeigt die Auseinandersetzung um die vom Tiefbauamt geplante Erneuerung der Oderberger Straße im Sanierungsgebiet Teutoburger Platz.

Der anfangs hitzige Streit ist kurz vor der Sommerpause mit einem Kompromiss beigelegt worden.

Erinnern wir uns: der erste Entwurf, den das Tiefbauamt den Anwohnern am 12. September 2007 im BVV-Saal an der Fröbelstraße vorstellte und der die Beseitigung eines Großteils des üppigen Straßengrüns vorsah, stieß auf massive Kritik der Anwohner und fiel durch. Doch exakt neun Monate später, am 12. Juni 2008, freute man sich am gleichen Ort über eine gemeinsam korrigierte Planung, die nun von der im Herbst 2007 gegründeten Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS) mitgetragen wird.

Richtungweisend auf diesem nicht unkomplizierten Weg -auch in den Reihen der BIOS gab es ja durchaus unterschiedliche Positionen- war der BVV-Beschluss vom 24. Oktober 2007 zur Überarbeitung der Planung und zum Erhalt von mindestens 90 Prozent des Straßenbegleitgrüns. Gemeinsame Begehungen und Beratungen sowie ein zweitägiger Workshop im Februar dieses Jahres, bei dem die BIOS eine Vielzahl von Ideen zum Erhalt des Erscheinungbilds der Oderberger Straße beisteuerte, waren weitere Meilensteine.

Der überarbeitete Entwurf des vom Tiefbauamt beauftragten Büros Grebner und Ruchay, den der Bezirksstadtrat für öffentliche Ordnung, Jens- Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen), Mitte Juni im BVV-Saal vorstellte, unterscheidet sich deutlich von der ursprünglichen Planung. In dem aus Sicht der BIOS wesentlichsten Punkt, dem Erhalt des Straßengrüns, geht er sogar deutlich über die Vorgabe der BVV hinaus: »Derzeit gibt es in der Oderberger Straße insgesamt 288 Quadratmeter Grünfläche, nach dem Umbau werden es 446 Quadratmeter sein, also ein Plus von 55 Prozent!«, kündigt Kirchner an. Auch was die von der BIOS eingeforderte kinder- und fußgängerfreundliche Gestaltung des Straßenlands und dessen »flexible Nutzung« betrifft, sind viele Anwohnervorschläge in die Planung eingeflossen. So wird es in dem insgesamt ca. 600 Meter langen Straßenzug zwischen Choriner und Schwedter Straße acht Gehwegvorstreckungen geben. Sie sollen das Queren der 5,50 m breiten Fahrbahn sowie der Kreuzungen an der Kastanienallee und der Schwedter Straße erleichtern.
Die Fahrbahn wird grundhaft erneuert, und auch die Gehwege werden repariert, wobei historisches Pflaster nach Möglichkeit erhalten bleibt. Das gilt auch für mobile Pflanzkübel, wenn Anwohner deren Pflege übernehmen.

Flächen zum Verweilen

Zu den Highlights der neuen Planung zählen mehrere mit Sitzgelegenheiten ausgestattete, von Grünanlagen umsäumte Straßenflächen. So soll zum Beispiel im verkehrsberuhigten Straßenbereich vor dem historischen Stadtbad ein kleiner Stadtplatz entstehen. Flächen zum Verweilen wird es aber auch vor dem Zugang zum Hirschhof, vor den Grundstücken Oderberger Straße 27 und 36/37 sowie an der Einmündung in die Schwedter bzw. Eberswalder Straße und der Choriner Straße geben.

Was den ruhenden Verkehr betrifft, bleibt es beim Querparken. Infolge der Inanspruchnahme von Teilen des Straßenlands für Aufenthaltszwecke wird die Zahl der Kfz-Stellplätze jedoch von derzeit 277 um 40 auf ca. 237 reduziert. Dagegen erhöht sich die der Fahrradabstellplätze von 49 auf 88.

Für die Erneuerung der Oderberger Straße erhält der Bezirk 2,5 Millionen EUR aus dem Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz. Die Bauarbeiten erfolgen in mehreren Abschnitten. Sie sollen nach derzeitigem Planungsstand 2009 beginnen und zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. In diesem Herbst will Stadtrat Kirchner mit der BIOS über deren Forderung reden, auch in die nun anstehende Detailplanung einbezogen zu werden. Die Bürgerinitiative strebt zudem ein Regelwerk für den Bauablauf an, das insbesondere die Belange der zahlreichen Gastronomen und Einzelhändler in der Oderberger Straße berücksichtigt.

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